Als Lukas nach einem Besuch der Darts-WM im Alexandra Palace merkte, wie viel Potenzial im Dartsport steckt, entstand die Idee zu myDartpfeil: personalisierte Dartpfeile statt Standardware. Heute ist daraus ein wachsendes E-Commerce-Unternehmen mit eigenem Lager, Maschinenpark und einem breiten Sortiment geworden, unterstützt durch die Banxware Sofortfinanzierung, um saisonale Peaks und neue Produktideen flexibel zu finanzieren.
Transkript (redaktionell aufbereitet)
Lukas Haas ist Mitgründer von myDartpfeil, einem Unternehmen, das er vor etwa 8 Jahren gemeinsam mit seinem Co-Founder Tim gegründet hat, beide damals 23 Jahre alt. Das Herzstück des Unternehmens ist ein Online-Konfigurator für personalisierte Dartpfeile, bei dem Kunden Schritt für Schritt ihren eigenen Pfeil zusammenstellen können. Mittlerweile umfasst das Sortiment deutlich mehr: Dartscheiben, Surrounds, Taschen, Trikots und bald auch vollflächig bedruckbare Dartmatten. Das Team sitzt in Berlin-Charlottenburg und zählt rund 10 feste Mitarbeiter, im Wintergeschäft deutlich mehr.
Die Gründungsgeschichte beginnt 2016 mit einem Besuch der Darts-WM im Alexandra Palace in London. Die Atmosphäre, irgendwo zwischen Oktoberfest und Karneval, hat Lukas und Tim sofort fasziniert. Zurück in Frankfurt hingen sie eine Dartscheibe in ihre WG, spielten in der Prüfungsphase regelmäßig und wollten irgendwann personalisierte Pfeile kaufen. Als sie feststellten, dass es so etwas nicht gab, beschlossen sie, es selbst zu bauen. Das Kapital war knapp, je rund 2.000 Euro Erspartes, und ein professionelles Entwicklerstudio hätte mindestens 15.000 bis 20.000 Euro gekostet. Also bauten Lukas und Tim den Konfigurator selbst, mit WordPress, Plugins und Freelancern aus Fernost. Das Ergebnis hatte eine Ladezeit von rund 30 Sekunden, hielt aber anderthalb Jahre durch und ermöglichte den ersten Viertelmillion-Umsatz.
Was folgte, war eine Achterbahn. Die Corona-Pandemie war für myDartpfeil ein ausgesprochener Boom: Familien saßen zu Hause, Schulen waren geschlossen, und Darts erwies sich als ideales Familienspiel. April und Mai 2020 waren Rekordmonate. Stellvertretend dafür steht ein Anruf, den Lukas damals entgegennahm: Ein Vater, der keine Ahnung von Darts hatte, brauchte sofort eine Scheibe mit Pfeilen, weil seine Kinder ihm nach zwei Wochen Lockdown die Wände hochliefen. Doch der Boom kehrte sich schnell um. Der russische Angriff auf die Ukraine, steigende Energiepreise und eine allgemeine Kaufzurückhaltung trafen myDartpfeil genau im schlechtesten Moment, mitten in der Hochsaison Winter 2022/23. Das Jahr 2023 endete mit einem großen Verlust, nachdem 2021 noch ein Rekordjahr gewesen war.
Ein zentrales Thema im Gespräch ist Kapital und Liquidität, die im E-Commerce grundsätzlich anders funktionieren als im Dienstleistungsbereich. Wer physische Ware verkauft, muss sie in der Regel vorfinanzieren, oft Monate vor dem eigentlichen Verkauf. Bei myDartpfeil ist das durch die extreme Saisonalität noch verschärft. Der Umsatzunterschied zwischen einem Sommermonat und dem Dezember beträgt etwa den Faktor 10. Ware, die im Dezember verkauft wird, muss im September bezahlt werden, teils mit Anzahlung vor Produktionsstart. Lukas beschrieb das als eine der größten unternehmerischen Herausforderungen. Er beobachtete in der E-Commerce-Szene außerdem, dass viele Gründer fast ausschließlich auf Umsatzwachstum fokussiert sind, dabei aber Deckungsbeitragsrechnung und Lagerbestandsmanagement vernachlässigen, ein Fehler, der gerade in schwierigeren Marktphasen teuer werden kann. Lukas selbst hatte durch sein BWL-Studium mit Schwerpunkt Finance and Accounting einen Vorsprung in diesem Bereich.
Den Weg zu Banxware fand Lukas über eine einfache Google-Suche nach schnellen E-Commerce-Finanzierungen ohne aufwendigen Bilanzprozess. Er verglich mehrere Anbieter und entschied sich wegen des besten persönlichen Ansprechpartners für Banxware. Der erste Anlass war ein kurzfristiger Wareneinkauf in China, für den innerhalb einer Woche Kapital benötigt wurde. Was er an der Partnerschaft nach mittlerweile vier gemeinsamen Jahren besonders schätzt, ist die Kombination aus Verlässlichkeit und Flexibilität: Er kann bis kurz vor dem tatsächlichen Bedarf abwarten, ob er überhaupt Kapital braucht, und bekommt dann ein Angebot in 10 bis 15 Minuten. Eine klassische Bankfinanzierung wäre in dieser Geschwindigkeit nicht möglich gewesen, zumal Lukas beschreibt, dass junge Unternehmen ohne langen Trackrecord und ohne persönliche Kontakte bei Banken kaum eine realistische Chance haben.
Im Marketing setzt myDartpfeil auf eine Kombination aus klassischen digitalen Kanälen und sportspezifischen Formaten, die anderen E-Commerce-Marken nicht offenstehen. Neben Google Ads, Meta, TikTok und E-Mail-Marketing erschien das Unternehmen in der Sportbild und schaltete TV-Spots auf Sport1 während der Darts-WM. Das Finale sahen in der Spitze 3,1 Millionen Zuschauer, der Marktanteil lag bei 23,3 Prozent, die Zielgruppe war überwiegend männlich zwischen 14 und 49 Jahren. Der isoliert betrachtete ROAS der TV-Spots lag bei etwa 3,4, und der Anteil der Neukäufer, die TV als Erstkontaktpunkt nannten, stieg in den ersten fünf Tagen nach Ausstrahlung von sonst 17 auf 42 Prozent. Für die kommende Saison plant Lukas ein deutlich höheres TV-Budget und prüft zusätzliche Streaming-Plattformen. Dass Sport1 selbst auf myDartpfeil zugekommen ist, verschaffte dem Unternehmen dabei eine gute Verhandlungsposition. Daneben bestehen Kooperationen mit mehreren Fußball-Bundesligisten und Traditionsvereinen, darunter Hoffenheim, Bochum, Darmstadt, Hannover, Paderborn, Mannheim, Rot-Weiß Essen und Blau-Weiß Berlin.
Für die kommenden Jahre plant myDartpfeil zwei große Schritte: erstens die Internationalisierung mit länderspezifischen Shops inklusive lokaler Währungen und angepasstem Marketing, zunächst für den britischen Markt, und zweitens eine erhebliche Produkterweiterung mit vollflächig bedruckbaren Dartscheiben, Surrounds und Matten, für die ein neuer Konfigurator sowie eine Maschine im sechsstelligen Bereich investiert werden. Beides erklärt, warum myDartpfeil aktuell erneut Kapital über Banxware aufnimmt. Das große, langfristige Szenario, auf das Lukas hofft, ist ein deutscher Darts-Weltmeister, ein Ereignis, das er mit dem Boris-Becker-Effekt im Tennis vergleicht und das den Dartsport und damit myDartpfeil in Deutschland schlagartig auf eine neue Stufe heben würde.

%20(1).jpg)